Verlassene Kammgarnspinnerei

Die alte Spinnerei gehört zu den ältesten heute noch erhaltenen Stätten ihrer Art im Chemnitzer Raum, ihre Funktionalität bewahrte sie dennoch bis weit in die " VEB-Ära " hinein. Die beiden anderen Gebäude sind bereits saniert, heute findet man hier ein Pflegeheim. Das hier gezeigte Gebäude der alten Bernhardtschen Spinnerei (eine der ältesten im Chemnitzer Raum). Die Aufschrift VEB Kammgarnspinnerei läßt sich noch gut entziffern. Die Spinnerei entstand so kurz vor 1800, wenige Jahre danach kam das zweite Fabrikgebäude hinzu (das an dieser Stelle stand) und schließlich 1809 das Wohn- und Kontor-gebäude. Erbaut zu Zeiten einer von Napoleon verhängten Kontinentalsperre, wo sämtliche Importmärkte von Übersee auf Eis lagen und damit auch die englischen Stoffe und Garne am Markt fehlten, boomte das Unternehmen kometenhaft. Doch mit der Aufhebung des Handels-Boykotts war es mit dem paradiesischen Absatz vorbei, bereits um 1815 herum mußte die Firma schon wieder Konkurs anmelden. In den 1830-er Jahren war darin die Tüllweberei Wieck, sogar Carl-Gottlieb Haubold hatte hier in den 1840-er Jahren eine Maschinenbaufirma und richtete die erste Kammgarnspinnerei ein, die nach dessen Umzug (um 1850) vom Chemnitzer "Wollmagnaten" Carl-Friedrich Solbrig bis zu dessen Tod Anfang der 1870-er Jahre weitergeführt wurde. Sein Grab ist noch auf dem alten Friedhof nahe der alten Harthauer Kirche zu betrachten, wo auch die genaueren Daten ersichtlich sind. Danach hieß es Sächsische Kammgarnspinnerei AG, später Vent & Co die

1916 das alte Fabrikgebäude abrissen und an dessen Stelle das oben zu sehende zunächst als Verwaltungsgebäude gedachte Haus errichten ließen. Dahinter entstand noch ein großer Fabrik-Komplex mit zahlreichen Sheedhallen, jedoch alles wenige Jahre nach der Wende abgerissen. Die untere Bernhardsche Spinnerei (nahe der alten Harthauer Kirche) ging einige Jahre nach dem Konkurs an Oswald Schubert & Erben über, der darin eine Watte Fabrik einrichtete. Ab 2016 wir sie Saniert, zu einen Altersgerechten Wohnheim.